Stein & Bearbeitung

Oberflächen und Bearbeitung von Naturstein

Derselbe Stein kann spiegelnd glatt, seidenmatt oder rau und lebendig aussehen – je nachdem, wie seine Oberfläche bearbeitet ist. Hier zeigen wir die maschinellen Oberflächen, die handwerklichen Bearbeitungen mit Eisen und Hammer und was das für Farbe, Wirkung und Pflege bedeutet.

Naturstein wird in der Werkstatt Wandscher mit der Flamme bearbeitet
Das Wichtigste in Kürze
Poliert wirkt der Stein am dunkelsten und kräftigsten, geflammt am hellsten.
Von Hand bearbeitete Flächen tragen die Spur des Werkzeugs – jede ist ein Unikat.
Oft kombiniert ein Grabmal mehrere Oberflächen, etwa eine polierte Schriftfläche und raue Seiten.

Naturstein lebt aus sich heraus

Naturstein ist ein natürliches, zeitloses Material, und jedes Stück ist ein Unikat. Er vermittelt Ruhe und Wertbeständigkeit. Wie viel von seiner Farbe und Zeichnung sichtbar wird, bestimmt aber die Oberfläche.

Eine glatte Fläche wirft Licht zurück und lässt Farbe und Kristalle deutlich hervortreten. Eine raue Fläche bricht das Licht, der Stein wirkt heller und ruhiger. Deshalb lohnt es sich, einen Stein immer in der Oberfläche anzusehen, die er später haben soll.

Maschinelle Oberflächen

Diese Oberflächen entstehen mit Schleif- und Polierwerkzeugen oder mit der Flamme. Sie finden jede davon in unseren Materialmustern.

Poliert

Hochglänzend geschliffen. Farbe und Zeichnung des Steins kommen am kräftigsten zur Geltung, dunkle Steine wirken fast schwarz. Schrift hebt sich auf polierten Flächen gut ab.

Satiniert

Seidenmatt mit samtiger Oberfläche. Die Farbe bleibt satt, glänzt aber nicht.

Mattschliff

Matt geschliffen, ruhiger und etwas heller als poliert.

Geschliffen

Fein geschliffen und matt, mit natürlicher Wirkung – bei uns zum Beispiel bei Basaltlava und Sandstein.

Geflammt

Die Oberfläche wird mit einer heißen Flamme behandelt, dabei platzen feine Kristalle ab. Das Ergebnis ist griffig, rau und in der Wirkung am hellsten.

Getrommelt

Weich gerundete Kanten und eine sehr natürliche, lebendige Oberfläche – als wäre der Stein lange vom Wasser bewegt worden.

Ein Stein, vier Oberflächen

Der indische Granit Aruba in unterschiedlicher Bearbeitung – derselbe Stein, eine ganz andere Wirkung.

Naturstein Aruba mit polierter Oberfläche
Poliert
Naturstein Aruba mit satinierter Oberfläche
Satiniert
Naturstein Aruba mit Mattschliff
Mattschliff
Naturstein Aruba mit geflammter Oberfläche
Geflammt
Alle Materialmuster ansehen →

Handwerkliche Bearbeitung

Von Hand bearbeitete Flächen tragen die Spur des Werkzeugs. Mit Knüpfel, Eisen und Hammer entstehen Oberflächen, die keine Maschine so hervorbringt – jede Fläche ist ein wenig anders, und genau das macht sie lebendig.

So wird die Bearbeitung selbst zum Gestaltungsmittel. Eine grob gespitzte Seitenfläche neben einer glatten Schriftfläche gibt einem Grabmal Spannung, eine scharrierte Fläche wirkt ruhig und geordnet.

Handwerkliche Oberflächen in Sandstein

Musterflächen, die wir in unserer Werkstatt von Hand gearbeitet haben.

Sandstein, Oberfläche gespitzt
Gespitzt
Sandstein, Oberfläche gebeilt
Gebeilt
Sandstein, Oberfläche gezahnt
Gezahnt
Sandstein, Oberfläche radial gezahnt
Radial gezahnt
Sandstein, Oberfläche gestelzt
Gestelzt
Sandstein, Oberfläche gelöffelt
Gelöffelt
Sandstein, Oberfläche scharriert
Scharriert
Stockhammer auf einer Granitoberfläche
Gestockt
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Die Begriffe kurz erklärt

Von Hand
Gespitzt
Mit dem Spitzeisen bearbeitet. Die Fläche ist grob und unregelmäßig und wirkt besonders kraftvoll.
Gestockt
Mit dem Stockhammer bearbeitet, dessen Kopf viele kleine Spitzen trägt. Die Fläche wird gleichmäßig körnig und etwas heller.
Gezahnt
Mit dem Zahneisen bearbeitet. Es hinterlässt feine, regelmäßige Rillen. Radial gezahnt laufen sie strahlenförmig.
Scharriert
Mit dem breiten Scharriereisen in dichten, parallelen Schlägen bearbeitet. Die Fläche wirkt ruhig und geordnet.
Maschinell
Poliert
Bis zum Glanz geschliffen. Farbe und Zeichnung erscheinen am kräftigsten.
Satiniert
Seidenmatt geschliffen, samtig in der Hand, die Farbe bleibt satt.
Geflammt
Mit der Flamme aufgeraut. Griffig und in der Wirkung am hellsten.

Oberfläche und Pflege

Glatte Flächen lassen sich leicht reinigen, auf rauen Flächen setzt sich eher Grünbelag fest. Für die Reinigung genügen klares Wasser mit einem Schuss Neutralreiniger und eine feste Wurzelbürste. Aggressive Zusätze, Schleifmittel und Stahlbürsten sollten Sie vermeiden, sie können die Oberfläche beschädigen.

Ob der zusätzliche Einsatz von Reinigungsmitteln sinnvoll ist, hängt davon ab, um welches Gestein es sich handelt. Zeigen Sie uns den Stein, dann empfehlen wir Ihnen das passende Pflegeprodukt – oder übernehmen die Reinigung für Sie.

Häufige Fragen zu Oberflächen

Glatte Oberflächen wie poliert oder satiniert lassen sich am leichtesten reinigen. Raue Flächen wirken natürlicher, brauchen aber etwas mehr Aufmerksamkeit.

Farbe und Wirkung hängen stark von der Oberfläche, vom Licht und von der Feuchtigkeit ab. Nass wirkt ein Stein dunkler, bei Streiflicht treten Strukturen hervor. Wir zeigen Ihnen Muster deshalb gern unter verschiedenen Bedingungen.

Ja, das ist sogar häufig. Eine glatte Fläche für die Schrift und rau bearbeitete Seiten oder Kanten geben einem Grabmal Tiefe.

Eine vorhandene Fläche lässt sich in der Werkstatt aufarbeiten. Ob das sinnvoll ist, hängt vom Stein und von der Stärke ab, die der Friedhof fordert – das prüfen wir im Einzelfall.

Bildmarke Steinmetz Wandscher

Ihr Grabmal beginnt
mit einem Gespräch.

Wir begleiten Sie vom ersten Gedanken bis zur fertigen Arbeit — persönlich, einfühlsam und ohne Druck.

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Jan Wandscher

Steinmetz- und Steinbildhauermeister · 4. Generation

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