Der Anfang in der Johannisstraße
Am 1. Dezember 1924 gründet Johann Wandscher gemeinsam mit Paul Wandscher die Stein- und Bildhauerei J. & P. Wandscher in der Johannisstraße 27 in Oldenburg.
Am 1. Dezember 1924 gründen Johann und Paul Wandscher ihre Stein- und Bildhauerei in der Johannisstraße. Was danach kam, hat Jan Wandscher selbst aufgeschrieben – mit Daten, Namen und allem, was dazugehört.
Am 1. Dezember 1924 gründet Johann Wandscher gemeinsam mit Paul Wandscher die Stein- und Bildhauerei J. & P. Wandscher in der Johannisstraße 27 in Oldenburg.
Nach langer, schwerer Krankheit stirbt Paul Wandscher am 28. April 1936 im 43. Lebensjahr.
Im Mai 1937 wird der Steinmetz- und Bildhauermeister Hans Stute zur Unterstützung eingestellt. Er wird dem Betrieb über vierzig Jahre verbunden bleiben.
Sohn Adolf Peter Christian beginnt am 1. April 1939 seine Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer im Familienbetrieb. Er schließt sie am 14. Juni 1941 im Praktischen mit „gut“ und im Theoretischen mit „sehr gut“ ab.
Im Januar heiratet Adolf Peter Christian Wandscher Margarethe Neef. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wird er einberufen und fällt am 23. November 1944 in Ungarn.
Am 9. Mai 1945 wird Adolf Ernst Johann Wandscher geboren – der spätere dritte Betriebsinhaber.
Die ehemalige Bild- und Steinhauerei Bernhard Högl an der Nadorster Straße 10 kommt durch Pacht als zusätzliche Geschäftsstelle dazu. Hier entstehen fortan vor allem Grabmalkunst und Steinbildhauerei; die Bauarbeiten in allen Steinarten laufen weiter von der Johannisstraße aus.
Der Gründer stirbt in seinem 61. Lebensjahr. Er hatte die Innung des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks in Oldenburg gegründet und war für seine Verdienste auf regionaler und Landesebene zum Ehrenmeister ernannt worden. Seine Frau Hilkedine führt den Betrieb gemeinsam mit Meister Hans Stute weiter.
Adolf Wandscher besucht von Januar 1963 bis Dezember 1964 die zweijährige Fachschule „Technik“ in Königslutter am Elm. Am 15. Dezember 1964 besteht er die Prüfung zum Staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Steintechnik – als jüngster Techniker seiner Zeit.
Marie-Luise Schäfer, gelernte Bankkauffrau, kommt zur Unterstützung in die Buchhaltung. Kennengelernt hatten sich die beiden im Oktober 1963 in Königslutter.
Die bestehenden Gebäude an der Johannisstraße 27 werden abgerissen. Architekt Brügmann errichtet am selben Standort eine neue Werkhalle mit Meisterbüro für Hans Stute.
Am 21. August erwirbt Adolf Wandscher in Oldenburg seinen Meistertitel zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister. Ende September heiratet er Marie-Luise Schäfer.
Am 1. Juli 1970 treten Adolf und Marie-Luise Wandscher die Nachfolge an.
Im Januar stirbt Hilkedine Wandscher in ihrem 78. Lebensjahr, Anfang Juni Hans Stute in seinem 75.
1987 ermöglicht die Stadt Oldenburg den Erwerb des Grundstücks Mellumstraße 11 und den Bau einer neuen Werkhalle – am alten Standort Johannisstraße 27 entsteht eine Wohnsiedlung. Planung und Umsetzung der neuen Betriebsstätte mit Ausstellungsraum übernehmen Architekt Selugga und seine Ehefrau. Am 22. Januar 1988 wird mit zahlreichen geladenen Gästen eröffnet. Über dem Tor steht, von der Autobahn gut zu sehen: „Natursteinwerk Wandscher, Stein- u. Bildhauerei – Marmor – Treppen – Fassaden – Sanierung“.
Am 25. November erwirbt Adolf Wandscher den Titel „Geprüfter Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk“ – aufgrund seiner langjährigen Restauratorentätigkeit.
Sohn Jan Wandscher schließt am 23. Juli 1999 seine Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer im Familienbetrieb ab – im Praktischen mit „gut“, im Theoretischen mit „sehr gut“ – und wird Kammersieger und Landessieger. Am 1. November scheidet der Geselle Josef Krieger, bis dahin in leitender Funktion an der Nadorster Straße 10, aus gesundheitlichen Gründen aus. Jan Wandscher tritt an seine Stelle.
Der andere Sohn, Markus Wandscher, besteht am 14. Juli 2000 die Prüfung zum Staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Steintechnik und erwirbt am selben Tag in Braunschweig seinen Meistertitel. Fortan arbeitet er an der Seite des Vaters in der Hauptgeschäftsstelle Mellumstraße 11.
Am 7. Juli 2005 erwirbt auch Jan Wandscher in Braunschweig seinen Meistertitel zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister.
Am 1. April 2006 werden die Geschäftsstellen Nadorster Straße 10 und Mellumstraße 11 geteilt. Jan Wandscher übernimmt die einstige Nebengeschäftsstelle und macht sich mit der Firma Jan Wandscher, Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb, selbstständig. Im Herbst 2006 wird der Betrieb an der Mellumstraße aufgegeben; die Produktion läuft im fließenden Übergang bei der Naturstein Wandscher GmbH weiter.
Im März 2014 wird die Produktion an der Mellumstraße endgültig eingestellt. Markus Wandscher scheidet unter großem Bedauern aus gesundheitlichen Gründen aus dem Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk aus – bleibt dem Betrieb aber, wie der Vater, beratend verbunden. Adolf Wandscher ist weiterhin als Gutachter tätig.
Im Februar 2020 stirbt Adolf Wandscher in seinem 75. Lebensjahr.
Der Betrieb an der Nadorster Straße 10 wird in Ausstattung und Struktur kontinuierlich erweitert – mit einer inzwischen über hundertjährigen Steinmetz-Geschichte im Rücken.
Als Sohn eines selbstständigen Maurermeisters wird Johann Wandscher am 17. April 1897 geboren. Die Lehre zum Steinmetz und Steinbildhauer absolviert er in der Steinbildhauerei B. Neumann in der Alexanderstraße, wo er 1922 auch seinen Meistertitel erwirbt und in leitender Funktion tätig ist. 1924 gründet er mit Paul Wandscher das Natursteinwerk Johann Wandscher in der Johannisstraße 27.
In seiner Wirkenszeit gründete er die Innung des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks in Oldenburg, die er als Obermeister und stellvertretender Landesinnungsmeister begleitete. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmeister ernannt – auf regionaler Ebene und 1954 auch auf Landesebene.
„Sehr geehrter, lieber Herr Kollege Wandscher! In Anerkennung Ihrer besonderen Verdienste, die Sie sich während Ihrer vieljährigen, treuen Mitarbeit im Landesinnungsverband für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk in Niedersachsen um die Förderung der Belange unseres Berufsstandes erworben haben, und in Würdigung des großen Vertrauens, das Ihnen aus dem Kollegenkreise insbesondere als langjährigem Obermeister der Bildhauer- und Steinmetz-Innung Oldenburg immer entgegengebracht wurde und inzwischen seinen schönen Ausdruck in der Berufung zum Ehrenobermeister gefunden hat, ernennen wir Sie hiermit zum Ehrenmeister unseres Verbandes.“
Am 3. Februar 1958 stirbt Johann Wandscher in seinem 61. Lebensjahr. Zwei Traueranzeigen sind erhalten.
„Der Tod dieses lieben, aufrechten Kollegen, dessen Streben in drei Jahrzehnten stets auf das Wohlergehen unseres Handwerks und der Kollegen gerichtet war, hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird. Seine hohe Pflichterfüllung, seine Treue zum Handwerk, seine stete Hilfsbereitschaft waren vorbildlich.“
„Wir verlieren in ihm einen aufrechten Chef und Kollegen, der mit Rat und Tat jedem Betriebsangehörigen zur Seite stand. Die Lücke, die er hinterlässt, wird nur schwer zu schließen sein. Ein ehrendes Gedenken werden wir ihm bewahren.“
Diese Chronik hat Jan Wandscher selbst zusammengetragen. Sie stand über Jahre auf der alten Website und ist hier unverändert übernommen.